Mein erstes Praktikum

Schon zu Beginn des Schuljahres war die Rede von unserer Praktikumswoche im Februar. Auch ich machte mir sofort Gedanken, wobei meine Entscheidung, wo ich mein Praktikum gerne machen würde, schnell feststand. Ein paar Monate vorher war ich mit meiner Mutter beim Zahnarzt. Unter der Praxis befindet sich die Redaktion der Fürther Nachrichten und in mir wuchs das Interesse, mehr über Zeitungen zu erfahren. Mein Kopf schien vor lauter Fragen zu explodieren. Als wir später die Auswahl möglicher Praktikumsplätze erhielten, fand ich die Kontaktdaten der Nürnberger Zeitung vor und zwei Wochen später hatte ich meinen Praktikumsplatz.

Mein erster Tag begann entspannt um 11.45 Uhr. Verschiedene Leute wurden mir vorgestellt, ebenso der Tagesablauf, ehe es auch schon zur Konferenz ging, bei der die Themen der nächsten Ausgabe zusammengetragen wurden. Den Rest des Tages verbrachte ich im Ressort Region und besuchte weitere Konferenzen.

Am zweiten Tag war ich im Ressort Politik tätig. Um 11.00 Uhr bekam ich eine Einführung und wählte mit einem Mitarbeiter spannende Themen für die nächste Ausgabe aus. Ich fragte, woher die Nachrichten aus aller Welt kommen. Mir wurde erklärt, dass Zeitungen von verschiedenen Presseagenturen beliefert werden, welche den gesamten Tag über Nachrichten an das jeweilige Ressort senden. Nach der Konferenz am Mittag bekam ich den Auftrag, die Lesegeschichte für die nächste Ausgabe zu schreiben. Sie ist immer auf Seite 1 zu finden und meist eine lustige oder informative Geschichte. Anfangs war ich ziemlich baff, weil ich den Bericht der dpa vor mir liegen hatte mit dem Auftrag der Lesegeschichte und einem Programm, das mir zeigte, ob ich zu wenig oder viel geschrieben hatte. Ich dachte, dass nichts Gutes dabei herauskommen könnte, da ich so etwas noch nie gemacht hatte. Als ich aber von den Kollegen nur Lob erntete, war ich sehr stolz und freute mich, als ich die Lesegeschichte am nächsten Tag in der Zeitung wiederfand.

Den Mittwoch verbrachte ich im Ressort Feuilleton. Ich hatte den Begriff vorher noch nie gehört und wusste auch nicht wirklich, was mich erwarten würde. Schließlich erfuhr ich, dass das Feuilleton die Leser über Veranstaltungen, Konzerte, Aufführungen etc. informiert und davon berichtet. Im Laufe des Nachmittags fasste ich einen Artikel zusammen, kürzte und verbesserte ihn.

Der vorletzte Tag im Ressort Wirtschaft entpuppte sich als der anstrengenste. Los ging es um 10.30 Uhr zur Messe BioFach. Ich war von der Größe der Veranstaltung komplett überwältigt und als ich den Plan sah, wo die Stände verteilt waren, mit denen wir Interviews führten, blieb mir der Mund ein klein wenig offen stehen. Wir führten mit verschiedenen Betrieben Interviews und mir wurde klar, wie wichtig es ist, sich Details zu merken und aussagekräftige Notizen zu machen. Wieder in der Redaktion angekommen, bekam ich die Aufgabe, aus einem der geführten Interviews einen Artikel zu schreiben.

Meinen letzten Praktikumstag verbrachte ich im Ressort Sport. Zunächst hatte ich die Möglichkeit, alte Zeitungen durchzublättern. In einem Schrank wurden alle Sportartikel seit 1970 archiviert. Beim Lesen konnte ich beobachten, wie stark sich die Zeitung im Verlauf der Jahre verändert hat. Von der Schriftart bis hin zu farbigen Bildern. Am Nachmittag durfte ich noch an einem Artikel zum kommenden Heimspiel des HC-Erlangen mitarbeiten.
Insgesamt habe ich in dieser Woche viele verschiedene Facetten einer Zeitung kennengelernt. Es gibt sehr entspannte Tage, an welchen man nur damit zu kämpfen hat, eine passende Überschrift zu finden.
Dann gibt es auch stressige Tage, wo sich Messebesuch, Artikel schreiben und die Auswahl dieser aneinanderreihen.
Insgesamt war das erste Schnuppern in die Berufswelt eine lehrreiche und spannende Erfahrung, die ich gerne wiederholen würde.

Lauryn Dorworth, 9e

Wo der Luchs dem Hasen gute Nacht sagt

Dass die Wahl meines Praktikumsplatzes auf den Wildpark an den Eichen in Schweinfurt fiel, hatte mehrere Gründe. Der Wichtigste ist mein großes Interesse an Tieren, welches gerade durch die vielen unterschiedlichen Arten, die in einem Wildpark zu finden sind besonders geweckt wird. Hier einmal hinter die Kulissen zu schauen, reizte mich sehr.
Die ersten zwei Tage lernte ich die Tiere des sogenannten Bauernhofs (Meerschweinchen, Schafe, Hühner usw.) und verschiedenste Vogelarten kennen. Erwartungsgemäß waren meine Aufgaben das Füttern und Pflegen der Tiere, sowie das Ausmisten der Ställe, was v.a. bei dem überdurchschnittlich großen Schwein Hermine eine beachtliche Herausforderung war.
Ein besonderes Highlight waren die folgenden Tage. Ich durfte, was ich nie erwartet hätte, zu den Großvögeln, wie Eulen, Storche, Bussarden und Geiern, sowie zu den Luchsen ins Gehege um diese zu füttern. Die Gefahr die von diesen Raubtieren, speziell den Luchsen ausgeht, hält sich wider Erwarten in Grenzen, vielleicht auch weil es sich hierbei um den „dicksten Luchs Deutschlands“ handelt.
Insgesamt wurden meine Erwartungen bezüglich des Praktikums übertroffen. Wie vielfältig die Aufgaben und Verantwortung eines Tierpflegers wirklich sind, werden einem vermutlich erst dann klar, wenn man, so wie ich, für einige Zeit in den Beruf eintauchen darf. Ich bin jetzt um so mehr der Meinung, dass der Tätigkeit eines Tierpflegers mehr Anerkennung zuteilwerden sollte.

Iida Sorsa, 9a