Meine erste Praktikumswoche im Haus der Künstlerinnen und Künstler

Als im September ein Schnupperpraktikum für alle 9. Klassen angekündigt wurde, war ich wahnsinnig motiviert, gleich eine Stelle zu finden. Dieses, mein erstes Praktikum, sollte mir Einblicke in die Berufswelt geben. Mein erstes Praktikum habe ich im Februar 2020 am Staatstheater Nürnberg absolviert. Doch wie kam ich dahin?

Im letzten Sommer habe ich im Rahmen des Austausches der Musikschule Nürnberg mit der Musikschule Hadera (Israel) unsere israelischen Gäste hier in Nürnberg mit begleitet und erlebt. Auf dem Programm unserer israelischen Gäste stand unter anderem eine Führung im Nürnberger Opernhaus sowie die Mitwirkung am “Laboratorium musicale“ im Staatstheater – Opernhaus Nürnberg. Bei beiden Veranstaltungen habe ich den Theaterpädagogen Philip Roosz vom Staatstheater Nürnberg kennengelernt. Seine Tätigkeit im Rahmen der Opernhausführung sowie seine Moderation der Veranstaltung “Laboratorium musicale“ haben mein Interesse geweckt, einmal mehr hinter die beruflichen Kulissen eines Theaters zu schauen.

Ich freute mich sehr, als ich die Zusage zur Absolvierung meines Praktikums beim Staatstheater Nürnberg - Bereich Theaterpädagogik - erhielt.

In der Woche vom 10.02. bis 14.02.2020 sollte mein Praktikum am Staatstheater stattfinden. Doch der Start meines Praktikums am Montag war alles andere als normal. Aufgrund des Durchzuges von Sturm Sabine war für Montag, den 10.02.2020 der Schulunterricht für alle Schüler abgesagt. Nachdem ich aber nun für diese Woche zur arbeitenden Bevölkerung zählte, trat ich mein Praktikum am Montag um 9 Uhr beim Staatstheater an.

An diesem Tag sollte als erstes eine Führung einer Schulklasse durch das Opernhaus stattfinden. Für Führungen dieser Art war, wie ich bereits wusste, ein Theaterpädagoge zuständig. Wegen des Schulausfalls sind allerdings keine Schüler erschienen und ich erfuhr meine ganz persönliche Führung hinter die Kulissen des Opernhauses durch den Theaterpädagogen. Bei dieser dann doch etwas anderen Führung lernte ich das Haus sowie seine auf den ersten Blick sehr verworrenen Gänge und Flure kennen. Hier musste ich mich dann die nächsten Tage allein zurechtfinden. Doch glaubt mir, verlaufen habe ich mich trotzdem.

Nachdem das Schülerpublikum auch für die an diesem Tage noch weiter geplanten Führungen ausblieb, beschäftigte ich mich mit dem Instagram Account des Staatstheaters.  Zum Abschluss meines ersten Tages komponierte ich dann noch am Klavier einen Jingle für die am Samstag stattfindende Veranstaltung der (Theater)Klubs.  Zu Ende ging mein erster Tag kurz vor 15 Uhr.

Tag zwei begann für mich erst um 15 Uhr. Hier nahm ich an der Probe des Klubs “+/- 50” teil, welcher das Stück “Medea” im Rahmen der Veranstaltung “Schau 3” am Samstag aufführen wollte. Nach Abschluss der sehr langen Probe wurde dann noch der von mir am Vortag komponierte Jingle im Büro der Theaterpädagogik aufgezeichnet, bearbeitet und entsprechend geschnitten.

Am Mittwochvormittag stand der Besuch des Jugendkonzertes im Opernhaus an. Das Jugendkonzert “Unter Piratenflagge“ wurde an diesem Tag zwei Mal aufgeführt, so dass ich die Veranstaltung einmal aus der Perspektive des Publikums erleben durfte und ein weiteres Mal aus der Backstage Perspektive. Dieses Jugendkonzert war für die 5. bis 7. Klassen vorgesehen.

Ziel des Konzertes war die Untersuchung der musikalischen Untermalungen durch die Nürnberger Philharmoniker. Moderiert wurde das Konzert vom Theaterpädagogen Herrn Roosz selbst, welcher jeweils die Phantasien der Komponisten den Kindern näherbrachte.

Am Donnerstag begann der Tag für mich mit einem Treffen eines Mitarbeiters aus der PR-Abteilung des Staatstheaters. Hier haben wir meine Analyse des Instagram Accounts des Staatstheaters im Detail besprochen. Anschließend standen weitere Proben der Klubs an, welche ich aufmerksam auf der Probenbühne verfolgte. Zum Abschluss des Tages gab mir Herr Roosz noch die von ihm selbst geschriebene Geschichte “Jonas kleine Oma” und bat mich diese zu untersuchen und auszuwerten.

Am letzten Tag startete die Arbeit gleich im Schauspielhaus. Hier sollten schließlich auch die Stücke der Klubs am Samstag aufgeführt werden. Der Jugend Klub machte den Anfang auf der 3. Etage um 15:30 Uhr mit seiner Generalprobe zum Stück “Erwartungen“. Auch der “inklusiv Klub” probte seine Aufführung des Shakespeares Klassiker “Romeo und Julia”. Während der Generalproben machte ich fleißig Fotos für die PR-Abteilung, welche dann auch Verwendung auf den Social Media Plattformen des Staatstheaters fanden.

Nach einer sehr spannenden und schönen Woche mit vielen netten Menschen ging mein Praktikum dann doch leider zu Ende. Gern hätte ich meine Zeit am Staatstheater verlängert.

Dieses Praktikum zeigte mir ein breites Spektrum an Tätigkeitsfeldern am Staatstheater auf. Auch erfuhr ich, welche intensiven Vorbereitungen für eine ästhetischen Erfahrung bei Veranstaltungen im Staatstheater notwendig sind. Mir persönlich hat diese Woche sehr viel Spaß gemacht, da ich mit vielen kontaktfreudigen Menschen zusammenarbeiten konnte. Sehr gerne würde ich so etwas wieder machen. Mein Fazit aus diesem Praktikum ist das Motto des Staatstheaters: Es ist und bleibt das Haus der Künstlerinnen und Künstler.

Victoria Green

Mein erstes Praktikum

Schon zu Beginn des Schuljahres war die Rede von unserer Praktikumswoche im Februar. Auch ich machte mir sofort Gedanken, wobei meine Entscheidung, wo ich mein Praktikum gerne machen würde, schnell feststand. Ein paar Monate vorher war ich mit meiner Mutter beim Zahnarzt. Unter der Praxis befindet sich die Redaktion der Fürther Nachrichten und in mir wuchs das Interesse, mehr über Zeitungen zu erfahren. Mein Kopf schien vor lauter Fragen zu explodieren. Als wir später die Auswahl möglicher Praktikumsplätze erhielten, fand ich die Kontaktdaten der Nürnberger Zeitung vor und zwei Wochen später hatte ich meinen Praktikumsplatz.

Mein erster Tag begann entspannt um 11.45 Uhr. Verschiedene Leute wurden mir vorgestellt, ebenso der Tagesablauf, ehe es auch schon zur Konferenz ging, bei der die Themen der nächsten Ausgabe zusammengetragen wurden. Den Rest des Tages verbrachte ich im Ressort Region und besuchte weitere Konferenzen.

Am zweiten Tag war ich im Ressort Politik tätig. Um 11.00 Uhr bekam ich eine Einführung und wählte mit einem Mitarbeiter spannende Themen für die nächste Ausgabe aus. Ich fragte, woher die Nachrichten aus aller Welt kommen. Mir wurde erklärt, dass Zeitungen von verschiedenen Presseagenturen beliefert werden, welche den gesamten Tag über Nachrichten an das jeweilige Ressort senden. Nach der Konferenz am Mittag bekam ich den Auftrag, die Lesegeschichte für die nächste Ausgabe zu schreiben. Sie ist immer auf Seite 1 zu finden und meist eine lustige oder informative Geschichte. Anfangs war ich ziemlich baff, weil ich den Bericht der dpa vor mir liegen hatte mit dem Auftrag der Lesegeschichte und einem Programm, das mir zeigte, ob ich zu wenig oder viel geschrieben hatte. Ich dachte, dass nichts Gutes dabei herauskommen könnte, da ich so etwas noch nie gemacht hatte. Als ich aber von den Kollegen nur Lob erntete, war ich sehr stolz und freute mich, als ich die Lesegeschichte am nächsten Tag in der Zeitung wiederfand.

Den Mittwoch verbrachte ich im Ressort Feuilleton. Ich hatte den Begriff vorher noch nie gehört und wusste auch nicht wirklich, was mich erwarten würde. Schließlich erfuhr ich, dass das Feuilleton die Leser über Veranstaltungen, Konzerte, Aufführungen etc. informiert und davon berichtet. Im Laufe des Nachmittags fasste ich einen Artikel zusammen, kürzte und verbesserte ihn.

Der vorletzte Tag im Ressort Wirtschaft entpuppte sich als der anstrengenste. Los ging es um 10.30 Uhr zur Messe BioFach. Ich war von der Größe der Veranstaltung komplett überwältigt und als ich den Plan sah, wo die Stände verteilt waren, mit denen wir Interviews führten, blieb mir der Mund ein klein wenig offen stehen. Wir führten mit verschiedenen Betrieben Interviews und mir wurde klar, wie wichtig es ist, sich Details zu merken und aussagekräftige Notizen zu machen. Wieder in der Redaktion angekommen, bekam ich die Aufgabe, aus einem der geführten Interviews einen Artikel zu schreiben.

Meinen letzten Praktikumstag verbrachte ich im Ressort Sport. Zunächst hatte ich die Möglichkeit, alte Zeitungen durchzublättern. In einem Schrank wurden alle Sportartikel seit 1970 archiviert. Beim Lesen konnte ich beobachten, wie stark sich die Zeitung im Verlauf der Jahre verändert hat. Von der Schriftart bis hin zu farbigen Bildern. Am Nachmittag durfte ich noch an einem Artikel zum kommenden Heimspiel des HC-Erlangen mitarbeiten.
Insgesamt habe ich in dieser Woche viele verschiedene Facetten einer Zeitung kennengelernt. Es gibt sehr entspannte Tage, an welchen man nur damit zu kämpfen hat, eine passende Überschrift zu finden.
Dann gibt es auch stressige Tage, wo sich Messebesuch, Artikel schreiben und die Auswahl dieser aneinanderreihen.
Insgesamt war das erste Schnuppern in die Berufswelt eine lehrreiche und spannende Erfahrung, die ich gerne wiederholen würde.

Lauryn Dorworth

Wo der Luchs dem Hasen gute Nacht sagt

Dass die Wahl meines Praktikumsplatzes auf den Wildpark an den Eichen in Schweinfurt fiel, hatte mehrere Gründe. Der Wichtigste ist mein großes Interesse an Tieren, welches gerade durch die vielen unterschiedlichen Arten, die in einem Wildpark zu finden sind besonders geweckt wird. Hier einmal hinter die Kulissen zu schauen, reizte mich sehr.
Die ersten zwei Tage lernte ich die Tiere des sogenannten Bauernhofs (Meerschweinchen, Schafe, Hühner usw.) und verschiedenste Vogelarten kennen. Erwartungsgemäß waren meine Aufgaben das Füttern und Pflegen der Tiere, sowie das Ausmisten der Ställe, was v.a. bei dem überdurchschnittlich großen Schwein Hermine eine beachtliche Herausforderung war.
Ein besonderes Highlight waren die folgenden Tage. Ich durfte, was ich nie erwartet hätte, zu den Großvögeln, wie Eulen, Storche, Bussarden und Geiern, sowie zu den Luchsen ins Gehege um diese zu füttern. Die Gefahr die von diesen Raubtieren, speziell den Luchsen ausgeht, hält sich wider Erwarten in Grenzen, vielleicht auch weil es sich hierbei um den „dicksten Luchs Deutschlands“ handelt.
Insgesamt wurden meine Erwartungen bezüglich des Praktikums übertroffen. Wie vielfältig die Aufgaben und Verantwortung eines Tierpflegers wirklich sind, werden einem vermutlich erst dann klar, wenn man, so wie ich, für einige Zeit in den Beruf eintauchen darf. Ich bin jetzt um so mehr der Meinung, dass der Tätigkeit eines Tierpflegers mehr Anerkennung zuteilwerden sollte.

Iida Sorsa